Der Weg in die Selbstbestimmung – Bodypainting für Frauenrechte (Video, Fotos, Textauszug)

Am vergangenen Wochenende hatte ich ein Model im Atelier die eine schwere Kindeheit als unterdrücktes Mädchen erlebt hat.
Mit 18 floh sie von Kasachstan nach Moskau- von dort aus dann nach Frankreich.


Sie schreibt gerade an einem Artikel um Mädchen in Kasachstan zu bestärken ihren eigenen, selbstbestimmten und glücklichen Weg zu gehen. Dabei fragte sie mich ob wir ein Bodypainting mit Ornamenten der Geschichte von Kasachtan in ein Bodypainting Shooting einbinden können.

Ihr seht ihren besonderen Haarstil. Die Krone brachte sie selbst mit. In ihrem Konzept geht es ähnlich der leidenden Heilige darum, dass in diesem Selbstfindungsprozess oft die eigenen Ideale von Aussen bekämpft werden.

Hier könnt ihr ihren Text über ihren Weg der Selbstbestimmung lesen:

Ich bin eine kasachische Frau. Ich liebe meinen Körper, respektiere meine Kultur und kämpfe für meine Freiheit.
Seit meiner Kindheit wurde mir gesagt, ich solle meine Stimme nicht erheben, nicht streiten oder zanken, demütig, schwach, nachgiebig und vergebend sein, was buchstäblich die Unfähigkeit bedeutete, für mich selbst einzustehen.
Mir wurde ständig gesagt, ich solle meine Ältesten ohne Frage respektieren und die Interessen anderer über meine eigenen stellen. Man sagte mir, ich sei nur ein Gast in der Familie, denn wenn ich heiratete, würde die Familie meines Mannes meine neue Familie sein.
Mir wurde oft gesagt, dass mein kurzer Rock eine Schande sei, dass Sex vor der Ehe eine Schande sei und dass Nacktheit und Tätowierungen eine Sünde seien.
Eines Tages wurden mir meine Dokumente weggenommen, so dass ich nirgendwo anders hingehen konnte. Eines Tages wurde ich gefeuert, nachdem ich gesagt hatte, dass ich die LGBT unterstütze. Eines Tages wurde ich zu den blauen Flecken geschlagen. Eines Tages sagte ich “Stopp” und lief von zu Hause weg. Ich bin weggelaufen, ohne zurückzublicken, weg von den ständigen Urteilen und der totalen Kontrolle über mein Leben. Ich lief vor der Angst weg, dass es immer so sein würde.
Sie könnten fragen: “Was geschah dann?” Und dann, sage ich, begann die schönste Sache in meinem Leben. Meine Freiheit ist geschehen. Meine eroberte und kostbare Freiheit.
Eine Frau zu sein, ist ein Segen, eine kasachische Frau zu sein, ist Stolz, aber in Kasachstan eine Frau zu sein, ist ein Kampf. Manchmal ist es ein lebenslanger Kampf.
Jeden Tag leiden unsere Frauen unter häuslicher Gewalt, der Verurteilung durch die Gesellschaft und der Angst, dass sie nirgendwo hingehen können. Jeden Tag leben unsere Frauen in Angst, das Wort zu ergreifen, in der Angst, laut zu sprechen. Jeden Tag sind unsere Frauen Verachtung, Schlägen, Gewalt und manchmal Entführungen ausgesetzt. Wissen Sie, was sie sagen? “Frauen sind schuld, sie provozieren solche Situationen selbst”.
Ich möchte mich an alle schönen kasachischen Frauen (und nicht nur) wenden: Schämen Sie sich nicht für Ihre Wünsche und Ambitionen, haben Sie keine Angst, Ihre eigene Stimme zu haben, haben Sie keine Angst, Sie selbst zu sein. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Rechte geltend zu machen! Und bitte vergessen Sie nicht: Ein weiblicher Körper ist das Schönste, was das Universum erschaffen konnte, jeder weibliche Körper ist ein Meisterwerk. Tragen Sie, was Ihnen gefällt. Und tun Sie das, was Ihnen wahres Glück und Vergnügen bringt. Und es spielt keine Rolle, was sie sagen!

Ich liebe solche freien Projekte die vor allem den Menschen helfen sollen zu einer besseren Einstellung über sich selbst und der Welt zu finden.
Habt eine weiter gute Woche , Eure Julie

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julieboehm

Artist for painting, multimedia, film living in Germany

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